Nun ist es soweit: Mit 1. September 2009 ist die 100 Watt-Glühbirne vom Markt verschwunden. Die herkömmliche Glühbirne hat ausgedient und sie wird schrittweise vom Markt genommen. Im Jahr 2010 beginnt Phase 2, in der 75-Watt-Glühlampen wegfallen. Phase 3 im Herbst 2011 markiert das Ende der 60-Watt-Birne und Phase 4, die 2012 startet, besiegelt das endgültige Aus der Glühlampe. Die EU-Verordnung 244/2009 ist jedoch kein Glühlampenverbot, wie oft in den Medien fälschlicherweise berichtet wird, sondern bedeutet einen schrittweisen Ausstieg aus ineffizienter Lampentechnologie bis 2016.
Nachfolger der Glühbirne
Nachfolgetechnologien sind die Halogenglühlampe, die 30-50% Energieersparnis bringt, sowie die Energiesparlampe. Mit ihr lassen sich sogar bis zu 80% Energie einsparen. "Durch einen sinnvollen Umstieg (zwei Drittel aller Lampen) auf Energiesparlampen könnte schon jetzt in Österreich über 1 Million Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden", zeigte sich Johann Hatzenbichler, Beleuchtungsexperte im Fachverband für Eleketro- und Elektronikindustrie (
FEEI), überzeugt.
Hamsterkauf von Glühbirnen
Trotz starker Reduktion der Stromkosten und damit auch der Umweltbelastung zeigen sich Konsumenten nicht begeistert. Offenbar besteht eine extrem starke, emotionale Bindung zur herkömmlichen Glühbirne. Am vergangenen Samstag titelten die Salzburger Nachrichten mit "Hamsterkauf vor Verbot der 100-Watt-Birne" und berichtet von Kunden, die sich mit Leuchtmittel der alten Technologie eindecken. Eine Marktleiterin berichtet zum Beispiel "die Kunden kaufen Glühbirnen für die nächsten 20 Jahre ein". Und in der Tat hört man seit Monaten nichts anderes, als dass man sich für das Ende der Glühbirne rüsten müsse.
Alles nur ein Marketing-Gag?
Habt Ihr Euch schon mal überlegt, wie oft in Eurer Umgebung eine Glühbirne ausbrennt und sie zu wechseln ist? Und dann reduziert das nochmal auf 100-Watt-Glühbirnen. Vermutlich ist dann nur mehr alle paar Jahre eine neue Birne fällig. Schnell wird klar, dass man mit einer 10er-Packung 100-Watt-Glühbirnen in einem normalen Haushalt sein halbes Leben auskommt. Und wahrscheinlich werden die Glühlampen vom vielen hin- und herschlichten schneller kaputt, als sie eigentlich eingesetzt werden können. Für mich liegt der Verdacht nahe, dass hier noch schnell Restbestände abverkauft werden und Bedarf geweckt wird wo es eigentlich gar keinen gibt. In Wellen werden wir das bei jedem "Ende" der anderen Wattzahlen nochmals miterleben dürfen.
Argumente für und gegen die Energiesparlampe
Die vier häufigsten Argumente von Verbrauchern gegen die Energiesparlampe sind:
Bei genauerem Hinschauen lassen sich diese Argumente schnell entkräften. Beim "Hamsterkauf" läßt man schnell außer Acht, dass Halogen- oder Energiesparlampen wesentlich weniger Strom verbrauchen als die "alte" Glühlampe. Kombiniert mit einer längeren Lebensdauer hat man die höheren Anschaffungskosten schnell eingespart. Eine schöne Übersicht über die Verhältnisse Kaufpreis vs. Einsparungspotential und mehr Infos zur Technik findet Ihr auch im
Lilu24-Blog, wo sich Simon ebenfalls mit dem Thema ausführlich beschäftigt hat.
Auch Informationen über Gesundheitsgefahr durch Magnetfelder, UV-Licht oder Quecksilber gehören in die Welt der Ammenmärchen. In Markenprodukten sind zB. rund 2 Milligramm Quecksilber enthalten. Im Vergleich dazu enthält ein analoges Fieberthermometer 500 bis 3000 Milligramm Quecksilber. Selbst wenn eine Glühbirne bricht, besteht auf Grund der geringen Menge keine Gefahr für den Menschen (vgl.
Fang das Licht).
Halogen-Glühbirnen
Die fehlende Leuchtkraft der Energiesparlampen in der Startphase kann bei manchen Einsatzgebieten zum Problem werden. In Stiegenhäusern wird zB. nur für kurze Zeit eine volle Lichtleistung benötigt. Eine Energiesparlampe kann hier ihr volles Potential nicht entfalten und wird wahrscheinlich sogar vor dem prognostizierten Ende ihrer Lebensdauer kaputt. Hier sind
Halogen-Glühbirnen
zu bevorzugen. Zwar sparen sie nur 30 bis 50 Prozent an Energie, aber bieten dafür ab dem Einschalten volle Leistung. Auch optisch sehen sie aus wie eine herkömmliche Glühbirne und können in die E27 Standard-Fassungen oder in die schmäleren
E14-Fassungen
geschraubt werden. Die Preise für die Halogen-Glühbirnen sind je nach Art sehr unterschiedlich. Die preiswertesten Glühlampen sind ab etwa 2,50 Euro erhältlich.
Design-Vielfalt wächst
Denkt man an eine Energiesparlampe, so hat man sofort die
Standard-Energiesparlampe
, deren Design oft nicht zur Lampe passt, vor Augen. Dabei muss man nicht mehr auf das passende Aussehen verzichten. Für die verschiedenen Fassungen gibt es zB. Glühbirnen in
Kerzenform
oder Lampen mit
Tageslicht
.
Energiesparlampen zum Dimmen
Gedimmtes Licht verbreitet in vielen Räumen eine besonders angenehme Stimmung. Bis vor kurzem gab es kaum Energiesparlampen, die gedimmt werden können. Aber auch hier braucht man sich keine Sorgen mehr zu machen, denn mittlerweile gibt es ein breites Sortiment an
dimmbaren Energiesparlampen
.
LED-Technologie
Die Technologie der Zukunft lautet LED. Dabei entwickeln Leuchtdioden Licht, ohne dass unnötig Wärme abgegeben wird. Für normale Glühbirnen-Fassungen gibt es eine überraschend
breite Palette
an LED-Strahlern und auch Leuchtmittel in klassischer Glühbirnen-Form. Mit der LED-Energiesparlampe lassen sich bis zu 90% an Energie einsparen. Die Lampen sind als Strahler auch in unterschiedlichen Farben erhältlich. Der Preis liegt in der Preisklasse einer herkömmlichen Energiesparlampe und ist ab etwa 6 Euro erhältlich.
Mit gutem Gefühl in die Zukunft
Energiesparlampen sparen bis zu 90 % an Energie gegenüber der herkömmlichen Glühbirne und schonen damit unsere Geldbörse. Positiver Nebeneffekt: Jährlich können dadurch Millionen an Tonnen von CO2 eingespart werden und das schont wiederum unsere Umwelt. Die Technologie der Energiesparlampen ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass fast keine Wünsche nach individueller Optik oder unterschiedlicher Leuchtstärke mehr offen bleiben. Für spezielle Einsätze, zB. in Stiegenhäusern oder am Flur, sind Halogen- oder LED-Leuchten der herkömmlichen Eneregiesparlampe vorzuziehen.
Wie sieht es bei Euch mit der Energiespar-Zukunft aus? Gehörst Du zum "Glühbirnen-Hamster" oder zum "Energiesparlampen-Tester"?