Wie begeistert war ich, als ich erstmals im November 2009 davon berichtete, dass ich
Großgrundbesitzer geworden bin. Ein 3x3 Meter großes Fleckchen Erde im Stadtteilgarten Itzling, das ich bepflanzen darf. In weiterer Folge sollten auch die Früchte der Gartenarbeit geerntet werden.
Soweit die Theorie. In der Praxis sieht die Sache allerdings etwas anders aus. In der Fotoreihe
zwölf2010 habe ich die Entwicklung des kleinen Gartens dokumentiert. Nachdem ich eine längere Reise plane, habe ich die Bepflanzung gemeinsam mit einem guten Freund erledigt. Er darf dann auch die damals erhoffte, große Ernte einfahren.
Mitte Mai haben wir die ersten Pflänzchen gesetzt, wenige Tage später war nichts mehr davon übrig. Die Schnecken haben den Garten so leergefressen, als wäre nie etwas angebaut worden.
Daraufhin haben wir uns für einen weiteren Versuch entschlossen. Die lange Regenzeit im Frühling war wiederum eine paradiesische Zeit für die Schnecken. Das ideale Futter zur Vermehrung lieferten wir. Auch wenn abermals Salat, Kohlrabi & Co. innerhalb weniger Tage vollständig aus dem Garten verschwanden sah es so aus, als würde das Rotkraut den Schnecken-Fressattacken standhalten. Aber wie ihr auf dem heutigen Bild sehen könnt, war auch dies nur ein frommer Wunsch.
Der Garten sieht seit einigen Tagen wieder so aus, als wäre niemals etwas gepflanzt worden. Dafür wuchert das Unkraut im Nachbarbeet, das nicht bewirtschaftet wird. Vermutlich fühlen sich in diesem Unterschlupf die Schnecken besonders wohl und stürmen von dort jeden Abend die nahe gelegenen Gartenbeete.
Eines steht fest: Wir haben für dieses Jahr resigniert - es wird in die weitere Bepflanzung kein Cent mehr gesteckt. Besser, wir kaufen das Gemüse am Schrannenmarkt.
Da ich Mitte Juli zu einer achtmonatigen
Asienreise aufbreche, ist das mein letztes Bild beim Projekt zwölf2010. Eigentlich wollte ich dem Projekt das ganze Jahr lang die Treue halten. Aber Anfang Januar war mir noch nicht klar, dass ich nicht das ganze Jahr in Österreich verbringen werde. Ein ganz herzliches Dankeschön an dieser Stelle an
Jana, die das Projekt zwölf2010 gestartet hat und vorbildlich betreut.
Fraglich ist natürlich auch, ob die Veröffentlichung von Fotos von einem unbepflanzten Garten wirklich aufregend gewesen wäre. Eigentlich wollte ich in dieser Fotoserie ja das Wachsen und Gedeihen des eigenen Gemüses dokumentieren. Maximal dem Unkraut könnte man ab dem jetzigen Zeitpunkt noch beim Wachsen zusehen.
Ob es einen weiteren Versuch 2011 im Stadtteilgarten Itzling gibt ist bisher noch unklar. Mal sehen, was die Zeit bringt. Ich werde Euch berichten.